RSV Falkenfels Bühlertal
 
 
 
 „Ich habe einen Traum“ 

Bericht von: Miriam Mandt-Böckelmann  -  Michael Markolf  -  Andreas Schmoll

Bühlertälerin beim Ötztaler

Es ist Sonntagmorgen, der 28. August, 6.45 Uhr: 4176 Starter drängen sich mit ihren Rennrädern im kleinen Örtchen Sölden in Tirol hinter der Startlinie. Gleich fällt der Startschuss zur 36. Auflage des Ötztaler Radmarathons, einem der härtesten und schönsten Jedermann-Radrennens der Welt, der auch dieses Jahr unter dem Motto: „Ich habe einen Traum“ steht. Um einen der begehrten Startplätze bewerben sich Jahr für Jahr Zehntausende Sportler, die Glücklichen werden über eine Lotterie ermittelt.

Mit dabei, neben anderen Sportlern des RSV Bühlertal, Miriam Mandt-Böckelmann, eine von nur 196 weiblichen Radlerinnen. Auch sie nahm die 238 Kilometer mit stolzen 5500 Höhenmetern bei heißen Temperaturen unter die Räder. Zunächst ging es in rasender Fahrt von Sölden durch das Ötztal hinab nach Ötz. Dort stand die erste Herausforderung an: Der Kühtaisattel mit seinen 2017 Metern. Weiter ging es über den Brenner (1370 m) und den Jaufen-Pass (2094 m) bis zum Timmelsjoch, dem sogenannten Scharfrichter des „Ötzis“. Die Bewältigung des 2509 Meter hohen Passes von Südtiroler Seite bildet den traditionellen Abschluss vor dem Ziel in Sölden und forderte auch Miriam Mandt-Böckelmann alles ab. Sie erinnert sich: „Als ich die endlosen Kehren sah, die sich den Berg hochschlängeln, da habe ich es schon mit der Angst zu tun bekommen. Dann bin ich einfach losgefahren und habe den Kopf ausgeschaltet …“

Nach 11:09 Stunden freute sich die Bühlertälerin im Ziel in Sölden ihre neunmonatige Tochter in die Arme schließen zu können. Ein langer Tag, aber auch die Erfüllung eines Radler-Traums.
 

Rennbericht von Michael Markolf

Am Sonntag war es wieder soweit, der Ötztaler Radmarathon stand an. Zum 6. Mal ging ich bereits an den Start. 2015 wurde ich mit einer Zeit von 7:21h 13. Das Ziel für dieses Jahr war eine Platzierung unter den besten 10. Die Vorbereitung lief richtig gut. Keine nennenswerten Stürze oder Krankheiten behinderten mich beim Training. Der Ötzti ist mein Highlight in der Radsaison. Knapp 4200 Sportler machten sich um 6:45 Uhr von Sölden talabwärts auf den Weg.

Das große Fahrerfeld war extrem nervös und hektisch. Mit viel Glück konnte ich einigen Stürzen ausweichen und war heilfroh, dass es in Ötz endlich bergauf ging. Eine ca. 50 Mann große Gruppe nahm die Verfolgung auf die 4 Ausreißer, die sich gleich zu Beginn des Anstiegs absetzten, auf. Ich war mir sicher, dass wir sie wieder einholen. Da lag ich allerdings falsch. Mit 57 min Fahrzeit für die ersten 1200 hm, war meine Zeit fast identisch zum letztem Jahr.

Die Abfahrt nach Innsbruck war relativ stressfrei, obwohl man hier über 100 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht. Aber das schöne Wetter und die freie Straße (hier muss mit Kühe und Pferde auf der Straße gerechnet werden), machten es sehr angenehm. Das große Fahrerfeld machte sich auf den Weg über dem Brenner nach Italien. Hier war meine Devise essen, trinken, Körner sparen.

Die italienischen Teams machten nur zaghafte Tempoarbeit und sonst wollte auch niemand Führungsarbeit leisten. Die vier Ausreißer konnten sich einen Vorsprung von 8 min herausfahren. Wobei zwei davon (Werner Weis und Phillip Schäddel) wenig später aufgeben mussten. In Sterzing beginnt das Rennen eigentlich erst richtig. Von hier geht's hoch auf den Jaufenpass. 1130Hm auf einer Länge von 15,5km. Das Tempo wurde erhöht, jetzt ging die Post ab. Unser großes Fahrerfeld zerbröckelte schon nach wenigen hundert Metern. 15 Fahrer setzten sich ab. Ich konnte das hohe Tempo nicht mitgehen und kam als 20. auf 2090 m ü. Null auf der Passhöhe an. Die Kräfte einteilen und nicht zu früh alles verpulvern hatte ich mir vorgenommen. Die steile und kurvenreiche Abfahrt nach St. Leonhard drehte ich richtig auf. Die Abfahrt macht mir einfach Spaß! 22km bergab in genau 22 min. Meine Aufholjagd ging los. 4 Fahrer konnte ich auf der Abfahrt überholen. Von St. Leonhard auf 750m ü null geht's hoch auf 2500m.

Nach bereits 183 gefahrenen km beginnt die Tortur zum Timmelsjoch! Die Mittagshitze über 30 Grad machte es nicht gerade angenehmer. Ich fand aber meinen Tritt recht schnell und fühlte mich sehr gut. Naja, den Umständen entsprechend halt ;-). Fahrer für Fahrer konnte ich überholen und wusste, dass ich die Chance auf einen Platz unter den besten 10. noch hatte. Jetzt nicht einbrechen! Der Berg hört nicht auf denkt man aber trotzdem machte ich Meter für Meter gut. Nach 28,7 km bergauf und einer Zeit von 1:37h kam ich als Gesamt 9. auf dem Pass an. Fix und fertig!! Aber überglücklich!

Auf der Abfahrt nach Sölden kommt nochmal ein Gegenanstieg zur Mautstation. Die letzten 200 hm nochmal alle Kraftreserven rausholen. Vor mir sah ich noch die 3 köpfige Gruppe mit dem österreichischen Mountainbikeweltmeister Daniel Federspiel. Aber der Abstand war zu groß um das noch auffahren zu können und ich war viel zu erschöpft. Die letzten 20 km machte ich mich wieder alleine auf den Weg.

Die Einfahrt in Sölden ist einmalig!! Tausende Zuschauer klatschten mir zu, es war wieder einmal überwältigend . Mit einer Zeit von 7 Stunden und 10 Minuten wurde ich überglücklich 9. Danke an alle die mich unterstützt haben !!
Nach 18 Jahren gewann mit Bernd Hornetz endlich mal wieder ein Deutscher. Zweiter wurde Jörg Ludewig. Sie hatten es tatsächlich geschafft! Ab dem ersten Pass bis ins Ziel ohne eine große Gruppe. Glückwunsch !!
Andi Schmoll kam bei seinem ersten Ötzti als herrvorragender 44. ins Ziel !! Was für eine super Leistung.
Leider hatte Marco Stolz weniger Glück und musste auf dem Kühtai mit Defekt am Rad aufgeben.

Ötztaler Rennbericht von Andreas Schmoll

Bilder Falkenfels

Ötztaler Radmarathon
Ein Radrennen der ganz besonderen Art:
5.500 Höhenmeter verteilt auf 236 Kilometer und vier Pässen.
Doch wer tut sich das an?

Letzten Sonntag war es endlich soweit, mein 1. Start beim Ötztaler Radmarathon. Nach einer fast schlaflosen Nacht machte ich mich um 6.45 Uhr gemeinsam mit 4199 anderen Startern auf den Weg.

Die ersten beide Pässe, Kühtai und Brenner, konnte ich gut in der Verfolgergruppe auf die 4 Ausreißer mitfahren. Ab dem Jaufenpass, musste dann jeder sein eigenes Tempo finden, sodass ich ca. 5 Minuten nach der Verfolgergruppe am Gipfel ankam. Nun hieß es nur noch, das Timmelsjoch bezwingen. Die 1750 HM auf 28,8KM waren jedoch wirklich kein Vergnügen. Auf den letzten 600HM überlegte ich mir ernsthaft, wie man sich dies mehrfach freiwillig antun kann und schwor mir, NIE WIEDER!

Als ich dann aber nach 7h 31min das Ziel vor Augen hatte, war ich glücklich, erleichtert und sehr stolz auf meine Leistung.  

Bericht im ABB...

Zeitungsbericht:

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