Im Dezember 1982 feierte Steven Spielbergs Blockbuster "E.T. - Der Außerirdische" in den Kinosälen seine Premiere und wurde von den Kritikern mit Lob
geradezu überschüttet.
Allerdings hätte der amerikanische Starregisseur sicher nicht daran gedacht, dass er mit seinem Film über den kleinen schrulligen Alien beim RSV Falkenfels in Bühlertal auf eine
so starke positive Resonanz treffen würde. Die führte schließlich sogar dazu, dass bei dem Traditionsverein eine neue Trend-Radsportart aus der Taufe gehoben wurde. "Von einen auf den anderen Tag wollten
unsere Kids plötzlich alle mit einem BMX-Rad fahren und nicht mehr zum Straßenradsport", erinnert sich Gerhard Weck. "Das war sozusagen der Startschuss für die ersten Schritte einer neuen Abteilung beim
RSV", erzählt der 53-jährige BMX-Trainer, der immer noch gern selbst auf den Sattel steigt.
Inzwischen zählt die BMX-Abteilung des RSV - der im Jahr 1913
gegründete Verein hat derzeit rund 300 Mitglieder, von denen wiederum über die Hälfte aktiven Radsport betreiben - etwas über 20 Jugendliche, die auf
Wettkampfniveau trainieren und bei diversen Landes- und Bundeswettbewerben fahren. "Wir hatten in der Blütezeit sogar über 30 Fahrer. Aber da sind dann doch wieder einige abgesprungen", so Weck, der selbst
schon Vize-Europameister und mehrmals deutscher Vizemeister war. Seine Erfahrungen gibt der Rennleiter und Streckenchef beim RSV nun an seine Schützlinge weiter. Er tut das mit Erfolg: im Württemberg-Cup
liegt Manuel Gerth bei den Jugendlichen derzeit auf dem siebten Platz, seine Vereinskameraden Marco Hirschle und Viktor Veit belegen in der Schüler-Klasse die Plätze nen und elf. Daneben ist der RSV beim
Beginners-Ci|p gleich mit mehreren Talenten vertreten.
Augenblicklich liegt U-13-Fahrer Florian Schmalz als bester "Falkenfelser" in der Gesamtwertung auf dem
sechsten Rang, Mario Schutter belegt den zwölften Platz; zudem sind in dieser Altersklasse noch Yomik Kohler und Noel Dürrbeck am Start. Außerdem stellt der RSV mit Annika Schmalz, Manuel Griesbach, Niclas
Brommer und Laura Schütter in den Altersklassen U-9 und U-l l vier weitere Nachwuchsfahrer. Zufrieden
betrachtet der RSV-Vorsitzende Willi Werner die jüngsten Entwicklungen "seiner" BMX-Abteilung. Wie auch
Rennleiter Weck - der Chef des BMX-Landesverbandes ist einer der wenigen lizenzierten BMX-Trainer in Baden - erhofft sich auch Werner für den BMX-Rennsport einen neuerlichen Aufschwung, wenn die Disziplin
2008 in Peking olympisch wird.
Derzeit sind die RSV-Verantwortlichen dabei, die Bahn auf der vereinseigenen BMX-Anlage „In der
Hirschbach" für die geplante Neu-Eröffnung bei den letzten Saisonrennen im Württemberg- und Beginners-Cup am 7. und 8. Oktober herzurichten. In den vergangenen Wochen wurde der Parcours in
Eigenregie umgebaut und erweitert. "Wir haben die Streckenführung komplett neu gestaltet und durch den
Bau einer Brücke ist sie nun fast doppelt so lang wie vorher", erklärt Rennleiter Weck. "Außerdem ist der neue Tunnel einmalig in Deutschland,"
Durch diese Maßnahmen eröffnen sich dem Verein jede Menge Möglichkeiten. "Man kann getrost behaupten, bei uns tut sich was. Jetzt haben wir vor, in der Nähe unserer Bahn vielleicht sogar ein
richtiges Off-Road-Radsportzentrum zu errichten, in dem dann eventuell ein BMX-Zentrum für Mittelbaden
entstehen soll", verrät Vereinschef Werner. Doch das ist noch Zukunftsmusik.
Christof Bindschädel