RSV Falkenfels Bühlertal
 
Ansprache des 1. Vorsitzenden des RSV „Falkenfels“ anlässlich 25 Jahre BMX in Bühlertal

Zur unserem kleinen Festakt anlässlich 25 Jahre BMX in Bühlertal darf ich Sie auch im Namen der Vorstandschaft und der ganzen BMX-Gruppe des RSV „Falkenfels“ Bühlertal heute morgen in der Hirschbach recht herzlich willkommen heißen. Das Wetter ist eher bescheiden, aber die BMX-Racer sind ja bekanntlich wetterfest.

Begrüßen darf ich besonders: der Ehrenvorsitzende des RSV Falkenfels Bernhard Faller, der Ehrenpräsident des BRV Heinz Vogel, Landrat Jürgen Bäuerle, Bürgermeister Hans-Peter Braun, ARGE-Beauftrager Herr Kober, der Vorsitzendes des Ortsausschuß für Leibesübungen Egon Koch, der Vorsitzende des Hirschbachclubs Günther Stolz, Ehrenmitglieder des RSV Falkenfels, Herr Müll von der Sparkasse, Herr Sickinger von der Volksbank und Herr Strosack von der Spar-und Kreditbank.

Was in den 80er Jahren als Kindersport und als kurzzeitige Modeerscheinung abgetan wurde hat sich zu einer ernsthaften Sportart gemausert, die sogar seit der vergangenen Olympiade in Peking olympisch ist.
Doch bevor ich die 25 Jahre BMX Geschehen in Bühlertal etwas Revue passieren lasse wird meine Vereinskamerad und sehr aktiver BMX-Funktionär-Trainer-Vater und Betreuer Franz Veith Ihnen die Sportart BMX-Racing kurz vorstellen. Er wird asstestiert von seinem Sohn Viktor und von Sven Certan. Hierzu bitte ich um ihre Aufmerksamkeit.

Franz Veith mit Info über BMX und stellt die aktuellen Sportler vor.

Referat Willi Werner:
Die Geburtsstunde der BMX-Bahn in der Hirschbach war am 4.1. 1984 im Waldhorn in Bühlertal. Bei einer Vorstandsitzung wurde ausgiebig über den Modetrend BMX der, wie kann es anders sein, aus Amerika nach Europa schwappte, diskutiert. Gerhard Weck, damals noch Rennfachwart im RSV „Falkenfels“ lief mit seinem Vorschlag eine vereinseigene BMX-Bahn in Bühlertal zu bauen bei der Vorstandschaft offene Türen ein. Als Standort kam das freie Stück der Mülldeponie in der Hirschbach ins Gespräch. Besonders der damalige 1. Vorsitzende und jetzige Ehrenvorsitzender des RSV „Falkenfels“ Bühlertal Bernhard Faller war sofort Feuer und Flamme. Sein Schwager und im Verein als Schriftführer tätige Imholf Zink übernahm spontan die Planungsarbeiten, für ihn als Bauingenieur kein Problem.

Bernhard Faller verstand es in seiner unnachahmlichen Art den damaligen Bürgermeister Benno Huber ebenfalls für das Projekt zu überzeugen und so stellte die Gemeinde das aufgefüllte Brachland dem RSV „Falkenfels“ unentgeltlich zu Verfügung. An dieser Stelle möchte ich mich bei der Gemeindeverwaltung Bühlertal bedanken, die immer ein offenes Ohr für unsere Belange hatte und hat.

Damit begann eine lange und wechselvolle Erfolgsstory die aber auch mit viel Schweiß und Manpower ausgefüllt war.
Mit schweren Gerät mussten die auf der Brache gelagerten Wackersteine bewegt werden. Gott sei Dank hatte man Zugriff auf Baumaschinen und Gott sei Dank waren die meisten der Vorstandsmitglieder und der dazugezogenen Helfer Spezialisten vom Bau.

So konnte bereit am 18.August 1984 die erste Testveranstaltung auf der neuen rd. 210 m langen Bahn gestartet werden. Rd. 30 mit dem BMX-Fieber infizierte Jungs aus dem ganzen Ortenaukreis und Bühler Raum waren am Start. Sieger der Hauplasse wurde Johannes Hund aus Oberkirch.

Premiere feierte auch das von Bernhard Faller geplante und gebaute Startgatter. So schallte bald das Startkommando durch die Hirschbach: Seid ihr bereit Achtung....

Gerhard Weck und Imholf Zink holten sich das notwendige Insiderwissen bei einem speziellen BMX-Lehrgang in Frankfurt und der 1. Vorsitzende Bernhard Faller wurde der erste BMX-Fachwart im damaligen Südbadischen Landesverband.

Nun konnte von der Hirschbach aus BMX-Geschichte geschrieben werden. Bereits im September 1984 wurde wiederum ein Rennen durchgeführt diesmal mit über 70 Teilnehmern. Anfang 1985 informierten sich in der Traube einige interessierte Eltern mit ihren Kindern über BMX – bei der nachfolgenden Generalversammlung wurde Gerhard Weck zum Fachwart BMX gewählt. Diesen Posten hält er dato inne.

Am 16.5.1985 war offizielle Bahneröffnung- Pfarrer Richard Jäger weihte die BMX – Bahn ein.
Sportlich lief es ebenfalls sehr gut: Sandy Weck, Bruder Simon sowie Nicole Kwiatkowski wurden auf Anhieb Badische Meister. Überhaupt waren die Bühlertäter BMX-Amazonen die Aushängeschilder des RSV „Falkenfels“, ohne die Leistungen der Jungs schmälern zu wollen, aber in Bühlertal sind eben die Mädchen und Damen scheinbar besonders ehrgeizig und talentiert, siehe auch die Erfolge der weiblichen Karateka und weiteren erfolgreichen Sportlerinnen und ganz neu der Deutschen BMX-Pokalsiegerin Deria Brommer vom RSV Falkenfels.

1985 war die BMX Gruppe um Gerhard Weck bei 32 Veranstaltungen am Start, die Ausbeute konnte sich sehen lassen: 37 x 1. 24 x 2 und 22 x 3. Plätze konnten die Bühlertäler BMXler einfahren.

Das erste BMX-Wochenende in der Hirschbach fand im Sommer 1986 statt, damals noch im Rahmen eines Waldfestes. Ebenfalls 1986 wurde der erste Lauf zur Gesamtbadischen Meisterschaft ausgetragen, mit über 100 Teilnehmern.
Sandy wurde 3. bei den Deutschen Meisterschaften, und 6. bei der Europameisterschaft in Weiterstadt. Ebenfalls erfolgreich 1986 waren Nicole Kwiatkowski, Simon Weck , Thorsten Galioto und Alexander Weber.

Diese Erfolge zogen sich die nächsten Jahre weiter fort, so wurde Nicole 1987 3. der DM und Criss Bukrell, ein Kandadischer Landsmann dessen Eltern in Söllingen stationiert waren, konnte mit einem 7. Platz bei der DM in Hannover glänzen.

1988: Nicole Kwiatkowski WM 5. Sandy Weck WM 8. dazu holte die BMX Gruppe 8 Badische Meistertitel.
1990 konnten sich in Fürstenfeldbruck gleich 7 Bühlertäler Sportlerinnen und Sportler zur Europameisterschaft in Luzern und zur WM in Le Castelett in Frankreich qualifizieren. Es waren dies: Jürgen Bergmann, Joachim Siegwart, Alexander Weber, Bernhard Werner, Sandy- und Simon Weck und kaum zu glauben: Ihr Trainer Gerhard Weck hat sich ebenfalls für diese Meisterschaften qualifiziert. Gerhards langgezogene Sprints Richtung Ziel waren bei seinen Gegnern gefürchtet. Hier konnte er seine viele Jahre dauernde Wettkampfpraxis auf dem Rennrad ausspielen.

Weitere Higlith für die Bühlertäler BMX-Gruppe war 1993 der 2. Platz bei der Europameisterschaft durch ... natürlich Gerhard Weck. Tochter Sandy eiferte ihm nach bei der DM 2. EM 5. und der WM 3. Beide waren richtige Weltenbummler – WM – Veranstaltungen in England, Amerika, Kolumbien und so weiter und so fort. Als weitere hoffnungsvolle Amazonen stießen Nadine Bäuerle und Isabell Karcher zur BMX-Gruppe des RSV Falkenfels. Als zweifache Mutter hat Isabell die Liebe zum Rad neu entdeckt: bei Moutainbikerennen und Radtourenfahrten radelt Sie vielen männlichen Radfreunden auf und davon.

Natürlich kann ich an dieser Stelle nicht alle ehemals aktiven BMX-Racer namentlich nennen, dafür waren es in den letzten 25 Jahren einfach zu viele aber eine paar Namen möchte ich doch noch erwähnen: Namen wie Carsten Pfundstein, die Brüder Sigwart, Oliver Schindler, Nico Skordas, Georg Kalwaxitis und neueren Datums die Geschwister Schutter, Oliver Stolz, Julian Greis Aaron Marx repräsentierten ebenfalls den Verein nach außen.

Die ersten Baden-Württembergischen Meisterschaften fanden 1994 ebenfalls auf der BMX – Anlage in Bühlertal statt. Die damalige ARGE-Beauftragte Frau Bidlingmeier, kurz Chefin genannt, bescheinigte dem Bühlertäler Verein eine hervorragende Organisation.

Ich habe nun einiges über die sportlichen Erfolge unserer BMX-Fahrerinnen und Fahrer gesprochen- aber all dies wäre nicht möglich gewesen und auch heute nicht denkbar wenn nicht Idealisten da wären, die den Sportlern die Voraussetzungen schaffen um ihren Sport ausüben zu können.

Als Männer der ersten Stunde habe ich den damaligen 1. Vorsitzenden Bernhard Faller erwähnt. Er verschloss sich nicht dem Neuen sondern half Dank seiner ausgezeichneten Kontakte zu Verbänden und Industrie das Projekt BMX in Bühlertal weiterzubringen. Unvergessen bleibt unser leider zu früh verstorbenen Freund Imholf Zink- auch er brachte sich sehr stark für BMX ein - seine Erfahrung, seine Souveränität und seine Freundschaft fehlen uns sehr.

Bedanken möchte ich mich aber auch bei unserem Bühlertäler Roten Kreuz, die ebenfalls seit 25 Jahren die Rennen in der Hirschbach mitbetreut und uns stets sehr gewogen ist.

BMX und sonst nix
Dieser Wahlspruch begleitet auch mich als Betreuer und Vater über 6 Jahre bei unseren regelmäßigen Fahrten zu Veranstaltungen in ganz Deutschland und auch Europa. Mal kurz nach Köln morgens hin abends heim – dazwischen unsere BMX-Fahrer betreuen war normale Sonntagsbeschäftigung. Bei größeren Rennen über zwei Tage campierten wir zuerst in Zelten, später in gemieteten Wohnwagen und wiederum später mussten es schon Wohnmobile, die ebenfalls geliehen oder gemietet wurden, sein. Die Verköstigung der immer hungrigen BMX-Gruppe übernahmen meistens die mitgereisten Mütter und auch ganz oft die Frau von Imholf Zink, Renate Zink, deren Kochkünste bei allen sehr beliebt waren. Albert Pfundstein in Fachkreisen „Prinz Albert“ tituliert sorge für die Geselligkeit und war meist verantwortlich als Zeltmeister. Als Hirschbachspeaker mit seiner Naturfanfare war er ebenfalls in den BMX-Kreisen bestens bekannt.

Man freute sich wieder Leute zu treffen mit dehnen man sich mit der Zeit anfreundete und die natürlich auch zu den schon kultmäßigen BMX-Wochenenden für stressgeplagte Eltern und Betreuer in die Hirschbach kamen.
An diesen Tagen war Sport zwar wichtig aber nicht alles. Alle bekannten BMX-Größen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mussten mal beim Nachtrennen über die Hirschbachbahn geflitzt sein und als Sieger mit einem riesigen Lorbeerkranz- selbstgefertigt von Imholf und Renate geehrt zu werden.

Es freut mich besonders, dass einige der ehemaligen Eltern heute hier mit dabei sind. Willkommen Max Tschugg aus dem Oberallgäu , Fam. Hallwachs aus Ostbaden und ebenfalls willkommen Famile Sigwart, die die Außenstelle des RSV „Falkenfels“ in Hüfingen halten.

Heute präsentiert sich die BMX – Gruppe so stark wie in den ersten Tagen. Hier gebührt Dank allen Eltern, die heute und morgen hier Dienst haben und seit Wochen die sich jede freie Minute hier auf der BMX- Bahn einbringen. Herzlichen Dank allen Helfern die zum Gelingen des diesjährigen BMX-Wochenendes beitragen. Danke auch allen Betreuern und Eltern, die doch einiges Geld in die Hand nehmen müssen um ihren Kindern diesen Sport ermöglichen zu können.

Danke dem Orgateam um Annette Bäuerle für die perfekte Planung der letzten Rennen. Danke auch Franz Veith, der als Betreuer, Trainer und Wettkampfausschussvorsitzender sich im Verein einbringt. Ebenso Danke an Thomas Griesbach, Willi Faller, Klaus Karcher, Frank Braun und allen weiteren Helfern für ihre unermüdliche Mithilfe.
Danke auch an die vielen Helfer, die es geschafft haben, dass Strom, Wasser und Abwasser in die Hirschbach kommt und die in tausenden von Arbeitsstunden die Bahn renoviert und das imposante Vereinsgebäude erstellt haben.
Danke aber vor allem einem Menschen, der es wie kein zweiter versteht Menschen zu motivieren, dem nichts zuviel ist, der aus dem damaligen Projekt BMX eine Erfolgstory gemacht hat, der mit seiner Lebensgefährtin für den Verein lebt.
Danke an Gerhard Weck – Danke an den Trainer, Danke an den Fachwart BMX im Verein und Bezirk, Danke an den Beauftragten des Verbandes für BMX. Vor allem Danke an den Freund Gerhard Weck.
Als kleines Dankeschön habe ich ein Konzept von einer Collage. Unter dem Titel BMX und sonst ( fast ) nichts. Ebenfalls darf ich Annette Bäuerle stellvertretend für alle Helferinnen einen Blumestrauß überreichen.

Weiterhin viel Spaß und Erfolg beim BMX-Wochenende in Bühlertal
Willi Werner
1. Vorsitzender
des RSV „Falkenfels“
Bühlertal


 
 
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