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Kinofilm "E.T." sorgte einst für Zulauf beim BMX
Erfolgreiche RSV-Abteilung feiert Silber – Jubiläum
Dass
Sport verbindet ist hinlänglich bekannt! Aber gleich vor den Traualtar?
So jedenfalls ist es Gerhard Weck und Annette Bäuerle ergangen. Die
beiden haben sich auf der BMX-Bahn des RSV Falkenfels kennen gelernt und
später auch geheiratet. Nicht dass sie jetzt aus lauter Dankbarkeit so
viel für den Verein und den BMX-Sport tun, weit gefehlt, Gerhard Weck
ist ein Urgestein des RSV und Annette Bäuerle ist so nach und nach in
ihre Aufgabe hineingewachsen.
Dass beide beim Jubiläum ,,25 Jahre BMX Bühlertal" völlig ausgelastet
sind, versteht sich daher von selbst. Gerhard Weck, heutiger Trainer der
BMX-Mannschaft des RSV Falkenfels und seit 25 Jahren selbst aktiver
Fahrer, war Gründer und Motor der BMX-Anlage In der Hirschbach. Der
56-jährige, gebürtige Bühlertäler wollte nach seiner Karriere als
Querfeldeinrennfahrer, wo er es immerhin in die Nationalmannschaft
brachte, Anfang der 80er Jahre dem BMX-Sport in Bühlertal einen Anschub
geben. Unerwartete Hilfe bekam der Vizeeuropameister von 1993, vierter
der Weltmeisterschaften in Kolumbien 1996 und vielfacher deutscher
Vizemeister durch den Film ET. Viele Kinder wollten gleich ihrem
Filmvorbild mit dem BMX-Rad unterwegs sein und der RSV bekam enormen
Zulauf. Der damalige Vorsitzende Bernhard Faller wandte sich an den
seinerzeitigen Bürgermeister der Gemeinde Bühlertal, Benno Huber, und
der stellte dem RSV Falkenfels kostenlos das heutige BMX-Gelände zur
Verfügung.
Unter
der maßgeblichen Leitung des Begründers, der die Strecke selbst plante,
wurde die Anlage von freiwilligen Helfern des Vereins in mehr als 1 800
Arbeitsstunden in Eigenregie erstellt. Die offizielle Einweihung der
ersten mittelbadischen BMX-Bahn war am 16. Mai 1984 und schon zwei Jahre
später fanden die ersten Landesmeisterschaften auf der Anlage statt.
2002 wurde wiederum in Eigenverantwortung des RSV unter Leitung von
Gerhard Weck in mehrwöchiger Arbeit die BMX-Anlage mit Strom, Wasser und
Kanalisation eingerichtet. Im gleichen Jahr wurde eine Flutlichtanlage
installiert, die es ermöglichte, die traditionellen Night-Races wieder
aufleben zu lassen. Im Jahre 2006 wurde nochmals in monatelangen
Umbauarbeiten die seit 22 Jahren bestehende Bahn komplett neu gestaltet.
„Unser Sport ist natürlich immens zeitaufwändig“, so Gerhard Weck,
„zumal ich noch Landesfachwart von Baden bin und zusammen mit meiner
Frau Kampfrichter. Wir sind von April bis Oktober jedes Wochenende
unterwegs". Wenn er dabei an die Anfänge denkt, huscht ein fast
verlegenes Lächeln über das sympathische Gesicht: „Am Anfang waren wir
mit dem Zelt unterwegs, dann Wohnwagen und Wohnmobil. Oft haben wir auch
einfach zwei Kombis gemietet und 25 Kinder eingeladen. Heute völlig
undenkbar. Sein eigener Nachwuchs aus erster Ehe wurde ebenfalls zu sehr
erfolgreichen BMX-Fahrern: die Tochter war Europameisterin und Dritte
bei Weltmeisterschaften und der Sohn in der Juniorennationalmannschaft.
Nicht nur, dass die Arbeit von Gerhard Weck einen hohen sozialen
Stellenwert hat. Er trägt auch eine enorme Verantwortung für die Kinder.
Ob auf der Bahn oder unterwegs, nicht immer können die Eltern dabei sein
und die Aufsichtspflicht ausüben. Großartig unterstützt wird er dabei
aber durch seine Ehefrau Annette. Ohne die gelernte Erzieherin wäre
seine Arbeit heute nicht mehr· möglich oder mindestens nicht in dieser
Qualität. Seine Zeit auf dem Rad wird dagegen immer weniger, bedauert
der Sportler. Trotzdem fährt er noch in der Altersklasse über 40 in der
Bundesliga und belegte 2009 den 13. Platz.
Über Nachwuchs braucht sich Gerhard Weck momentan keine Sorgen machen.
Er hat eine hervorragend aufgestellte Mannschaft mit überragenden
Einzelsportlern: Da ist zum einen die achtjährige Deria Brommer,
diesjährige Deutsche Meisterin in ihrer Altersklasse, Erste im
Baden-Württembergcup und Erste in der Bundesliga. „Ich bin über meinen
Bruder Niklas vor drei Jahren zum BMX-Fahren gekommen", plaudert die
muntere, selbstbewusste junge Dame, „und dann habe
ich gleich mein erstes Rennen gewonnen. Das hat mir gut gefallen! ".
Deria ist ein absolutes Ausnahmetalent und würde gerne 2010 zu den
BMX-Weltmeisterschaften nach Südafrika reisen. Da hakt aber sofort ihre
Mutter Sabine ein: „Ja, ja, und alles ,sponsored by Mama'.
Nein,
ohne Geldgeber wird das nicht funktionieren", glaubt die 35-jährige
alleinerziehende Polizeibeamtin. „Wir sind schon jetzt von April bis
Oktober an jedem Wochenende unterwegs und das kostet viel Geld". An
einen Urlaub sei da nicht mehr zu denken, meint Sabine Brommer. Ähnlich
ist es in der Familie Griesbach. Der ebenfalls achtjährige Jonas fährt
eine gute Platzierung nach der anderen und dadurch wachsen die Ansprüche
von ihm und an ihn. Auch der pfiffige Jonas kam über seinen Bruder zum
BMX und hat sofort eingeschlagen. Amüsant dabei ist, dass durch Jonas
auch Papa Thomas auf den Geschmack gekommen ist und jetzt ebenfalls
Rennen fährt. Sowohl Sabine Brommer als auch Nicole Griesbach ist es
mittlerweile gelungen, die Ängste bei den Rennen um ihre Kinder in den
Griff zu bekommen. „Am Anfang war es schon schlimm", gibt Nicole
Griesbach unumwunden zu, „da konnte ich es kaum aushalten". Beide Mütter
attestieren ihren Kindern Mut, Ehrgeiz und Perfektionismus. Gottseidank
seien beide recht gute Schüler und es gebe von daher bisher noch keine
Probleme.
So ist es auch bei Viktor Veith, Der 16-jährige Neusätzer ist der Dritte
im Bunde. Auch er ist sehr erfolgreich auf den nationalen und
internationalen Pisten und mehrfacher Teilnehmer an den Deutschen
Meisterschaften und Europameisterschaften. Der ganz große Wurf glückte
zwar noch nicht, dass ist aber nur eine Frage der Zeit. „Mein Sport
verlangt sehr viel Durchsetzungsvermögen, Selbstvertrauen,
Konzentrationsvermögen und Gefahrenbewusstsein", philosophiert der
zielstrebige junge Mann. Er bedauert, dass der BMX-Sport immer noch als
Randsport gesehen wird und zu wenig in den Medien vertreten ist. Da aber
bei den nächsten Weltspielen BMX olympisch· werde, erhofft sich Viktor
auch mehr Popularität für die Zukunft.
Jubiläumswochenende
Am Wochenende feiern die Bühlertäler ihr 25-jähriges Bestehen mit dem
elften Lauf zum Baden-Württemberg Cup und Beginner Cup auf der Anlage In
der Hirschbach. Beginn ist am Samstag, um 11 Uhr mit der feierlichen
Eröffnung. Ende mit der Siegerehrung im Night-Race.
Am Sonntag, 11. Oktober sind vormittags Trainingsläufe, der Start der
Rennen ist um 12.30 Uhr.
3 Bilder-Bericht ABB-Franz Scherghuber
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