RSV Falkenfels Bühlertal

 

Berglauf und Hill-Climb Bühlertal 2003

Bühlertal (mme). Nach Regen und Kälte im vergangenen Jahr mussten die Athleten beim 27. Internationalen Berglauf und dem 3. Mountainbike Hill-Climb mit schwüler Hitze zurecht kommen. In Anbetracht der enorm schnellen Siegerzeiten schienen die hochsommerlichen Temperaturen zumindest der Elite nicht das Geringste auszumachen. So fiel durch Gernot Stephinger (Storck, 38:38 min.), der im vergangenen Jahr auf der gleichen Strecke schon Landesmeister der Mountainbiker geworden war, sogar deutlich der Streckenrekord. Eine enorm schnelle Zeit legte auch die Siegerin Alexandra Rosenstiel (Rad&Bike Schopf Zunsweier, 46:34 min.) vor. Tagesschnellste bei den Bergläufern waren Dirk Debertin (SG Walldorf Astoria, 42:12 min.) und Stefanie Buss (ASC Rosellen Neus, 50:41 min.). Die Kombiwertung aus Radfahrer und Läufer gewannen die Bühlertäler Stephan Melcher und Julia Plathe. Zufrieden zeigten sich die Veranstalter mit den Teilnehmerzahlen, wobei Willi Werner vom Radsportverein den tags darauf stattfindenden Täler-Cup als Grund für die eher wenig Lizenzfahrer nennt.

Schon als sich am Sandbuckel in Bühlertal die Spitzengruppe der Bergläufer formierte war Dirk Debertin aus Karlsruhe ganz vorne zu sehen. Am Längenberg kurz vor den knackigen Steigungen des Henkerweges hatte sich ein Trio mit Frank Türk (Spvgg Mössingen, 42:55 min.) und Wolfgang Tabouillot (TSG 78 Heidelberg, 44:30 min.) um den späteren Sieger abgesetzt. Die Plätze auf dem Podium schienen vergeben zu sein. Eine taktische Meisterleistung lieferte aber der Vorjahresschnellste Markus Jenne (USC Freiburg, 42:39 min.), der schon nach wenigen Kilometern mit 30 Sekunden Rückstand wie der geschlagene Favorit ausgesehen hatte. Offensichtlich überzockten einige Athleten in der Spitzengruppe und auch Debertin schien sich mit seinem eigenen hohen Tempo übernommen zu haben. Auf wenige Meter war sein Vorsprung am Sand geschmolzen, doch einem Kraftakt auf den letzten schweren Serpentinen am Skihang Mehliskopf hatte auch der locker laufende Markus Jenne nichts mehr entgegen zu setzen.

 Ein Spiegelbild des Rennverlaufes der Männer konnten die Zuschauer bei den Frauen beobachten. Mit Stefanie Buss, Ulrike Hoeltz (LG Karlsruhe, 53:22 min.) und der jungen Lisa Reisinger (SSC-Hanau-Rodenbach, 53:59 min.) hatte sich ebenso schon früh ein Trio aus dem Staub gemacht, um der Konkurrenz die Chancen auf einen Treppchenplatz zu vereiteln. An den langen Steigungen auf dem Weg zum Hotel Plättig zog die Siegerin schließlich unwiderstehlich an und sicherte sich mit einem souveränen Lauf schon früh den Titel. Ihre ganze Erfahrung benötigte Ulrike Hoeltz, um einige Meter zwischen sich und die stark laufende Lisa Reisinger zu bringen. 

 Auf faszinierende 38:38 Minuten schraubte Gernot Stephinger vom Storck Werksteam den Streckenrekord nach oben und ließ schon früh die dazu notwendige Aggressivität aufblitzen. Der ersten Attacke am Sandbuckel vermochte die Konkurrenz schon nicht mehr zu folgen, auch wenn sich der Vorsprung mit wenigen Metern in Grenzen hielt. Der Zweitplatzierte Markus Kaufmann (39:10 min.) vom Mathis-Dämpfle Team hatte den Storck-Fahrer zwar jederzeit in Sichtweite, die Lücke schließen konnte er jedoch trotz aller Bemühungen nie. Erwartungsgemäß war der Bühlertäler Stephan Melcher weit vorne zu finden. „Technisch ist Mountainbiken etwas ganz anderes als Straßenradsport und irgendwann konnte ich einfach nicht mehr folgen“, beurteilte Melcher anerkennend die Leistungen der Konkurrenz. „Ganz schön froh“ dagegen war der A-Amateur der Straßenradfahrer, dass nach hinten eine große Lücke klaffte und er absichernd auf Platz drei etwas Tempo wegnehmen konnte. 

 Ähnlich überragend wie im vergangenen Jahr viel der Sieg von Alexandra Rosenstiel auch in der dritten Auflage des Hill-Climbs aus. Mit letztlich über 6 Minuten Vorsprung fuhr die Bikerin derart souverän an der Spitze, dass wohl kaum jemand an ihrem Sieg zweifeln mochte. In 46:34 Minuten verwies sie dann auch Sandra Zanello (RSC Hengen, 52:58 min.) und Mirjam Leibfritz (54:06 min.) vom Ghost-Racing Team auf die Plätze. 

 Bei den Hobby-Fahrern wiederholten Franziska Müller in 55:12 Minuten und Alexander Schley aus Offenburg ihren Vorjahressieg. Etwas fraglich erscheinen dem fachkundigen Zuschauer die Ambitionen des Männersiegers Schley, der wiederum in 40:39 Minuten die Hobbyklasse gewinnen konnte und auch bei den Lizenzfahrern Dritter geworden wäre. Eine derart schnelle Zeit wird wohl kaum ohne leistungsorientiertes Training zu erreichen sein und so sollte ein Hobbyrennen doch auch den Hobby-Radfahrern überlassen werden. Für Abhilfe wird hier der Radsportverband sorgen, der im kommenden Jahr die Klasseneinteilungen ändern und diese dem System des Straßenradsports anpassen wird. Statt getrennter Hobby- und Lizenzklassen wird es dann je nach Leistungsstärke drei verschiedene Klassen geben, wobei man nach einem Sieg in niedrigeren Klassen zwangsläufig in der höheren Klasse starten muss.
 

 

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